Meine Trainingsphilosophie

 

 

Da ich viel mit Tieren, nicht nur Hunden, zu tun habe  (Pferde, Esel, Ponsel, Aplakas, bis vor einiger Zeit auch Schafe), kristalisierte sich langsam aber sicher eine Philosophie für mich heraus. Diese spiegelt mich wieder, zeigt mir die Richtung und bringt mich immer wieder auf den richtigen Weg, sollte mal etwas schief gehen. Diese Philosophie und die darin enthaltenen Regeln und Vorsätze gestalten die Arbeit mit meinen Tieren und dienen mir als Leitfaden. Desweiteren ist es eine Philosophie in der ich mich selbst wieder entdecken kann - klar, sie entstand wärend meiner Arbeit - aber es ist auch eine, für die ich offen stehen kann und diese jederzeit vertrete.

 

Eine Philosophie zu haben, ist für mich sehr wichtig, und ich rate einem jeden der mit Tieren zu tun hat, über eine nachzudenken. Wobei es natürlich auch für Lehrer, Führungspersonen oder Ausbilder von Vorteil wäre, in der eigenen Arbeit eine Philosophie zu entdecken, und dieser weiter zu verfolgen.

 

Es soll aber auf keinen Fall eine starres Gerüst sein, in dem man sich nicht bewegen kann, sich unwohl fühlt und gezwungen wird. Es soll sich mit der Zeit und der eigenen Erfahrung und neuen Erkenntnissen und Wissen verändern dürfen, es muss sich sogar verändern! Sonst würden wir auf der Stelle rennen; außerdem verändern sich die Umstände. Die Philosophie soll flexibel sein, aber soweit klar und verständlich. Man könnte sie auch Leitfaden oder Basis- oder Grundgedanke nennen. Mir gefällt das Wort Philosophie jedoch viel besser.

 

Die Philosophie ist für jeden einzelnen anders, wenn auch nur in Kleinigkeiten. Man braucht etwas Zeit um sie heraus zu finden, doch dann hat man etwas, woran man sich fest halten kann, wonach man arbeiten kann, und etwas, das einem den richtigen Weg zeigt bzw auf den richtigen Weg zurück bringt. Wir alle sind Menschen und machen Fehler. Doch diese zu erkennen ist wichtig, und dabei hilft eine Philosophie.

Man muss sich in seiner eigenen Philosophie erkennen und sich wohl fühlen. Wichtig ist, dafür stehen zu können und diese jederzeit zu vertreten, denn erst dann bildet sie einen Leitfaden.

Gemeinsam auf ein Ziel zuarbeiten.
Gemeinsam auf ein Ziel zuarbeiten.

Dass meine Philosophie und mein Weg mit Tieren zu arbeiten, für mich und meine Tiere der richtige ist, merke ich daran, wie stark die Bindung ist und wie viel Spaß es ihnen macht mit mir Zeit zu verbringen. Ich bin eine Vertrauensperson und ein verlässliches Alphatier, mit dem man Spaß haben kann. Die Art wie ich von meinen Tieren behandelt werde ist der Dank für meinen Weg auf sie zuzugehen und mit ihnen zu arbeiten. Dass ich das lernen durfte und leben darf, ist wohl eines der schönsten Geschenke die das Leben für einen Menschen bereit hält.

 

In der Kurzform:

Arbeite mit dem Tier, auf einer Basis von Vertrauen, Respekt und Spaß, über eine Sprache die beiden verständlicch ist, und gehe dabei auf einem Weg, welcher nur für dieses Tier existiert.

 

Und in der ausführlichen Form (kürzer konnte ich es nicht fassen): 

Ich möchte das Tier, in seinen Stärken fördern und diese ausbauen, an Schwächen arbeiten und sie zu Stärken machen, doch nicht der Erfolg ist entscheidend, sondern der Weg ist das Ziel. Basis dafür ist nicht die Methode, sondern die vertrauensvolle Zusammenarbeit von Mensch und Tier, beruhend auf physiologischen Gegebenheiten, der Psyche, des Verhaltens und dem individuellen Charakter des Tieres, aber auch ehrliche Selbstkritik und intensive Selbstreflexion. Mein Ziel ist ein motiviertes Tier, welches aktiv und freiwillig mitarbeitet- und denkt, und seinem Charakter entsprechend Impulsion zeigt, die Augen leuchten und man die Freude an der gemeinsamen Zeit spürt. Ich lehne jede Art von Zwang und Druck, physisch oder psychisch ab, sondern kommuniziere in einer Sprache, in der ich verstanden werde. Gelungen ist die Arbeit wenn das Tier auch danach vertrauensvoll und aufmerksam bei mir und beim nächsten mal wieder mit Freude und Motivation dabei ist. Das Tier ist kein Gegenstand und kein Mittel zum Zweck für mich, sondern mein bester Freund, treuer Begleiter, bester Lehrer aber auch ehrlicher Schüler, dem ich jederzeit mit Respekt, Freundlichkeit und Vertrauen begegne.

 

Meine  Philosophie lebt, sie verändert sich und passt sich an. Denn meine Tiere und ich leben diese Philosophie.