Hundemythen und die Wahrheit - Kastration und Sterilisation

Wer kennt sie nicht, die Mythen? Obwohl x-mal falsifiziert, bewiesen und erklärt halten sie sich hartnäckiger als die schlimmsten Rotweinflecken. Über das Wesen, die Erziehung und das Verhalten unserer bellenden Freunde gibt es viel zu viele davon!

Trotzdem will ich einigen dieser Mythen einen Artikel widmen, denn vielleicht erreiche ich ja einen Menschen. Das wäre mir schon ein Erfolg. Auch könnte es für den ein oder anderen Hundebesitzer interessant sein, obwohl er bereist über den Mythos Bescheid weiß.

Ich werde nun mit einem sehr geläufigen Mythos anfangen. Obwohl meine Liste mit Mythen lang ist freue ich mich über weitere Vorschläge.

 

Hündinnen werden sterilisiert, Rüden kastriert.

Dies ist eine sehr gängige Meinung, dass Hündinnen sterilisiert werden und Rüden kastriert, um diese unfruchtbar zu machen. Diese nervt nicht nur so manche Tierärzte langsam, aber auch Hundehalter die ihre Hündin kastriert bzw den Rüden sterilisiert haben lassen, und man sich immer wieder aufs neue die Diskussionen liefern muss. Also kann man jetzt seinen Rüden sterilisieren und seine Hündin kastrieren? Ja!

Der große Unterschied liegt darin dass bei der Kastration die Keimdrüsen entfernt, bei der Sterilisation wird das Tier jedoch nur unfruchtbar gemacht.

Kastration - Entfernung der Hoden (beim Rüden) bzw. der Eierstöcke (bei der Hündin).

Sterilisation - Durchtrennung der Samenleiter (Rüde) bzw. der Eileiter (Hündin). Hoden bzw. Eierstöcke bleiben jedoch erhalten.

Die Folgen sind bei beiden Verfahren die Unfruchtbarkeit. Bei der Kastration wird das Sexualverhalten jedoch völlig unterbunden. Trotzdem ist es nicht ausgeschlossen dass der Rüde weiterhin Interesse an läufigen Hündinnen zeigt. Die Hündin wird nicht mehr läufig. Bei der Sterilisation bleibt das Sexualverhalten jedoch erhalten, und damit alle Folgen bis auf die Trächtigkeit. Sprich die Hündin kann weiterhin läufiig und scheinschwager werden.

Da bei der Kastration die Gebärmutter heraus genommen wird, kann die Hündin nicht mehr an einer Gebärmutterentzündung erkranken, und auch das Risiko von Tumoren am Gesäuge nimmt enorm ab. Dies ist bei der Sterilisation nicht der Fall.

In seltenen Fällen kann es bei kastrierten Hündinnen zu Inkontinenz kommen. Diese Gefahr ist bei der Sterilisation nicht gegeben.

Desweiteren verbrauchen kastrierte Hunde (Rüde wie auch Hündin) weniger Energie, da sie zB bestimmte Hormone nicht mehr produzieren. Daher muss man unbedingt die Futtermenge neu anpassen, da es sonst zu Übergewicht kommt!

Ob man seinen Hund unfruchtbar machen will oder nicht, ist die Entscheidung des Besitzers. Die Wahl ob man nun Kastriert, Sterilisiert oder eine andere Methode wählt, ist abhängig vom Tier an sich und den Gründen.

 

Ich hoffe es ist dem ein oder anderen ein Licht aufgegangen oder jemand hat neue Argumente gefunden um Leichtgläubige von der Wahrheit zu überzeugen.

 

Danke fürs Lesen,

Alex und Lea (kastrierte Hündin ;) )

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