Appell an alle Hundebesitzer

Ich möchte einen Appell an alle Hundehalter richten, unabhängig von der Rasse, Ausbildung und co. Gerade jetzt, nach dem tragischen Beisunfall in England, bei dem eine 14-jährige ums Leben kam, liegt es an uns, das Image unserer Lieblinge wieder aufzupolieren. Diese Tragödie, unabhängig vom Warum, liefert insbesondere Hundehassen, aber auch Nicht-Hundehaltern Gründe, warum man Hunde und ihren Haltern immer mehr Restriktionen auferlegen soll. Der ein oder andere Hundehasser greift womöglich gar zu extremeren Methoden und legt Giftköder aus. Es liegt an uns, wieder etwas zum besseren Image für Hunde zu tun, denn nicht nur die sogenannten Kampfhunderassen sind betroffen, sondern alle Hunde.

Dies ist jedoch ein Thema, dass immer aktuell sein sollte. Denn ein Hund, der negativ auffällt, ist immer ein mehr oder weniger großes Problem. Auf jeden Fall ist ein solcher Hund, immer ein weiterer Grund für Hundehasser und Nicht-Hunde-Freunde gegen Hunde und ihre Halter vorzugehen.

Die Inakzeptanz oder gar der Hass, den manche gegen Hunde hegen, zeigt sich jedoch nicht nur in Giftköder-Aktionen besonders extremer Hundehasser, sondern auch in der Art wie diese Menschen mit Hundehaltern umgehen. Es muss nicht immer Leid zugefügt werden, es kann auch eine unfreundliche Bemerkung sein, oder ganz häufig, nicht existierende Rücksichtnahme. Auch merkt man es an den Beschränkungen, auf die wir Hundehalter vermehrt stoßen zB Leinenpflicht an Seen, Verbote in Cafés und Restaurants... . Auch diese Restriktionen kommen nicht von nichts. Leider gibt es Hundehalter die bewusste oder unbewusst negativ auffallen und damit dem Ruf der Hunde schaden.

Viele Menschen (Hundehalter sowie Nicht-Hundehalter) gehen leider den Weg "Wie du mir, so ich dir!". Das kann nicht gut enden! Also muss einer einen Anfang machen und der Welt zeigen, es geht auch anders! Und ich möchte dich auffordern, es mir gleich zu tun, und ein bisschen die Welt zu verbessern. Zumindest die Meinung, die viel zu viele Menschen über Hunde haben. Es ist nicht schwierig, aber man muss ein paar kleine Dinge einfach ändern und umsetzen, insbesondere die gegenseitige Rücksichtnahme.

Ich möchte damit niemanden an den Pranger stellen! Nein, vielen fällt vieles nicht auf, andere haben einfach noch nie darüber nachgedacht. Dieser Blog soll niemanden beschuldigen und als unfähig oder respektlos darstellen, sondern uns alle zum denken anregen (auch ich reflektiere beim schreiben ;) ).

 

Begegnet man beim Gassi gehen jemand anderem, ob Spaziergänger, Jogger, Radfahrer, Walker oder co, so tut man sich keine große Last aufbürden wenn man seinen Hund zu sich ruft und ihn bei sich behält. Das signalisiert dem Ankommenden "Okay, er/sie hat den Hund unter Kontrolle." und gleichzeitig zeigt es "Schau her, ich habe dich bemerkt und nehme Rücksicht auf dich.". Das gilt auch oder vor allem bei spielenden Hunden. Kennt man sich nicht mit Hunden aus, so sehen die Spiele doch sehr grob aus.

Dabei kann man noch ein bisschen trainieren oder angeben, indem man seinen Hund Fuß laufen, absitzen oder ablegen lässt, und der ein oder andere wird dann auch Komplimente zu dem gut erzogenen Hund machen. Auch wenn sich die Leute nicht direkt an einen selbst wenden, so hört man sie oft zu wem anders sagen wie brav der Hund doch sei.

Ist das Arbeit? Nein, zumindest sehe ich es nicht als Arbeit. Bin ich grad nicht in Stimmung auf ein kleines Training, so nehme ich Lea am Geschirr und führe sie an der Person vorbei.

Und was machen in belebten Gebieten? Nun, da kann es wirklich etwas nervig sein seinen Hund alle paar Meter zu sich zu holen. Aber da stellt sich die Frage, ob das nun wirklich eine schöne Gegend für einen Spaziergang ist. Oder vielleicht sollte man anstelle einer Stunde zu laufen etwas trainieren und damit ebenfalls signalisieren "Mein Hund ist gut erzogen!".

Viele argumentieren bei einem solchen Vorschlag, dass viele Leute sich nicht dafür bedanken, und das stimmt leider auch oft. Da kann ich nur den Tipp geben doppelt so höflich zu sein. Ich grüße in solchen Situationen übertrieben freundlich, und sagen dann noch "Gern geschehn, kein Problem. Ich wünsche ihnen auch noch einen schönen Tag!". Gerade Leute die man öfters trifft fangen nach ein paar mal an verhalten zu grüßen und/oder sich zu bedanken und der ein oder andere fängt auch mal ein Gespräch an. Das Problem ist hier, dass viele Leute sich nicht trauen zu grüßen, weil sie es nie gelernt haben oder weil sie sich nicht trauen. Es ist nicht mehr selbstverständlich. Auch sollte man bedanken dass der andere auch in Gedanken versunken sein mag, sich oftmals mit einem Lächeln bedankt weil der Atem für ein "Danke" nicht mehr ausreicht oder derjenige einfach einen schlechten Tag hat. Natürlich muss man nicht ständig alle Menschen ansprechen, aber wenn man übers Feld oder im Wald geht, so sollte dies doch kein Problem darstellen.

Ich finde es immer schön wenn ich Komplimente für Leas Gehorsam bekomme oder in ein Gespräch verwickelt werde.

 

Es kommt zwar nicht ganz so oft vor, aber gerade Besitzer großer, schwarzer oder Hunden mit schlechtem Image, jedoch auch andere Hundehalter werden oft gebeten ihren Hund doch anzuleinen, da der andere Angst vor Hunden hat. Die Antwort "Der tut nichts!" ist hier völlig fehl am Platz! Wie würde man selbst reagieren, würde man jemandem mit einer Schlange, einer Vogelspinne oder einem Bären begegnen?
Man weiß nicht warum die Person Angst vor Hunden hat. Außerdem ist gegenseitige Rücksichtnahme. wichtig. Hat man einen ängstlichen Hund so würde man sich ebenfalls wünschen dass die Nordic Walker für ein paar Meter die Stecken ruhig halten würden. Bitte, bitte, egal wie brav und lieb der Hund sein mag, anleinen schadet nichts und man hilft diesem ängstlichen Menschen ein bisschen.


Nächste Überlegung wäre, wie es denn mit dem Kot unserer Hunde ist. Mancherorts gibt gibt es extra Behälter, von denen man kleine Tütchen nehmen, und darin den Hundekot in dem Behälter entsorgen kann. Doch diese praktischen Behälter gibt es nicht überall, und viele Hundehalter müssen sich diese Tüten selber kaufen. Das ist wirklich blöd, denn wenn mal ein Unglück passiert, dann hat man keine Tüte zur Hand. An jeder Leine habe ich grundsätzlich ein bis zwei dieser Tüten, um gerüstet zu sein. Gibt es keine Behälter in der Nähe, so wandert die Tüte in den nächsten Mülleimer. Bitte niemals, unter keinen Umständen den Kot in der Tüte ins Gebüsch oder sonst wo hin werfen! Dann lieber den Kot Kot sein lassen und ihn dort lassen wo er ist bzw mit einem Stecken zur Seite schupfen.
Ich persönlich finde es wichtig, das große Geschäft unseres Hundes weg zu räumen, soweit es andere Leute betrifft zB auf Wegen, aber auch am Wegrand (zB viele Jogger laufen am Grasstreifen um ihre Gelenke zu schonen). Das gilt aber auch für Wiesen an Seen, in Parks und im Winter auch an beliebten Schlittenhängen! Man selbst mag auch nicht vom Schlitten purzeln und in Sch**** landen, ebenso wenig wie man zu einem Picknick aufbrechen und die Decke ungünstig ausbreiten will.
Nun wirft sich die Streitfrage auf, wie es denn mit landwirtschaftlichen Flächen zB Maisfelder, Äcker und Wiesen aussieht. Nun, es ist für den Bauern nie schön wenn Hundekot mit in der Ernte ist. Auch wenn man selber Tiere hat sie Heu oder Stroh bekommen ist nicht begeistert wenn man getrockneten Kot im Futter findet. Einige Landwirte stellen Schilder auf und beten den Kot bitte weg zu räumen. Auf der anderen Seite gibt es genug Wildtiere die sich nicht daran halten. Ob man nun das große Geschäft mit nimmt, oder liegen lässt, dass muss jeder für sich selbst entscheiden.
Ähnliche Überlegungen gibt es übrigens auch für Wälder.
Es wäre aber schon mal ein ganz großer Schritt, würde man den Kot an belebteren Plätzen einpacken und entsorgen.

 

Streunen soll kein Hund! Das ist ein absolutes no go! Ob der Hund nun von zu Hause weg läuft oder beim Gassi gehen seine eigenen Wege geht, das macht keinen Unterschied. Fakt ist, dass der Hund eine Gefahr in vielen Facetten ist: Straßenverkehr, andere Hunde (der andere Hund kann sehr ängstlich sein oder aggressiv!), Wild (auch wenn der Hund keinen Hasen schnappen kann, die meisten Tiere verenden an Verausgabung und dem Stress!), unkontrolliertes Fressen (man bedenke Plastikverpackungen oder Giftköder!), Kinder (egal wie kinderlieb ein Hund ist, es kann immer etwas passieren zB Kind bedrängt oder quält den Hund!) oder der Hund verletzt sich anderweitig. Also nicht streunen lassen! Entweder das Loch im Zaun finden, an die Schleppleine nehmen und an der Ursache arbeiten!

 

Zaunaggressive Hunde sollte man aus Rücksichtnahme nicht alleine im Garten lassen. Man denke an die ängstlichen Menschen über die ich bereits weiter oben gesprochen habe, aber auch die gesamte Nachbarschaft wird den Hund schnell als gefährlich einstufen, obwohl dieser beim Spaziergang einem Lamm gleicht. Außerdem lernen manche Kinder dass Hunde aggressiv sind und werden damit auf jeden Fall keine Hundefreunde! Kinder haben eine lebende Fantasie und könnten sie auf den Gedanken kommen, der Hund könnte ausbrechen, dann ist damit nicht zu spaßen.
Ein Hund soll lernen, seinen Garten nicht verteidigen zu müssen. Anschlagen darf er wenn überhaupt erst, wenn eine Person den Garten betritt.

 

In Restaurants und Cafés nur gut erzogene Hunde mitnehmen. Das setzt voraus das der Hund gelernt hat sich am Tisch zu benehmen. Das Füttern oder gar das Vorkauen für der Hund ist unnötig und stößt viele Leute ab. Will man entgegen besseren Wissens, dem Hund etwas vom Teller abgeben, so kann man doch etwas übrig lassen und die Servicekraft beten, es einzupacken. Was man in den eigenen vier Wänden macht ist eine andere Sache und wenn der Hund beim essen auf dem Tisch liegen darf und den Teller abschlabbern während man selbst noch isst, okay, wer das will. Aber nicht in der Öffentlichkeit.

Hat man einen Hund mit dem man angeben kann, so ist dies auch eine gute Gelegenheit sich Freunde und seinem Hund einen Fanclub zu schaffen. Voraussetzung ist immer dass man selber gerade in Stimmung dazu ist. So lasse ich Lea gerne einmal einem kleinen Kind zuwinken oder ähnliches. Niedliche Tricks sind da natürlich besser geeignet als wenn der Hund zB auf Kommando den Arm sanft packen darf. Das sieht für Außenstehende oft nach Attacke und Kampfhund aus, obwohl die Haut nicht mal angekratzt ist. Auch Discdogging oder co finden auch bei Nicht-Hundehaltern Anklang und es kommt sehr viel Sympathie entgegen. :)
Das ist vor allem praktisch wenn ich mit Lea zB im Sommer zum Baggersee will, an dem Hunde verboten sind. Jedoch ist es bei dieser Runde die einzige Wasserstelle. So lasse ich Lea erst Fuß laufen und trickse mich langsam zum See, lasse Lea trinken, sammle Komplimente oder Beifall und kann gehen, ohne dass sich wer beschwert. Zumindest stehen mehrere Leute hinter dem armen, durstigen Hund als Nörgler. ;)

 

So, jetzt fällt mir nichts mehr ein. Wichtig ist jedoch, der Menschheit immer wieder zu zeigen „Ja, es passieren schreckliche Dinge, auch Hundeattacken. Aber schaut doch mal her! Mein Hund ist gut erzogen und man muss sich nicht vor ihm fürchten. Wenn ihr euch umschaut, so sehr ihr mehr brave Hunde als gefährliche!“ Damit macht man sich Freunde. Die Gesellschaft soll in dem Hund einen Begleiter sehen, und nicht einen Killer, jedoch sollen die Hundehalter nicht zu einer Menschengruppe gehören, die den Stempel „Respektlos“ oder „Unerwünscht“ erhält, sondern als gleichwertig betrachtet werden.
Damit man das erreicht, muss natürlich noch viel mehr getan werden. So sollten Kinder im Kindergarten oder in der Schule lernen, wie man mit Hunden umgeht. Ein jedes Kind lernt wie es sich im Straßenverkehr zu verhalten hat, aber Hunde, die in unserer Gesellschaft nun wirklich keine Seltenheit sind, werden nicht vom Schulsystem und der Eltern beachtet.
Auch müssen die Medien aufhören gegen Hunde zu wettern. Man muss nicht alles schlechte hoch puschen und die guten Dinge wie zB Blindenhunde, Therapiehunde, ect unter den Tisch fallen lassen.
Hier ist noch viel Arbeit zu leisten. Aber wenn wir Hundehalter zusammen halten, und der Welt zeigen, dass unser(e) Hund(e) brav sind, wir Rücksicht auf unsere Umwelt nehmen, so ist ein Schritt getan. Bitte denkt darüber nach! Es wäre bereits schön wenn man nur den ein oder anderen Aspekt umsetzt.

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