Neuer Trick - "Körbchen tragen"

Gott sei Dank, wir haben es noch vor Ostern geschafft. Lea trat als Osterhund auf, und trug einen Korb mit Ostereiern und Schokohase. Eigentlich ist das ein sehr einfacher, aber überaus süßer und wirkungsvoller Trick. Ich möchte euch erklären, wie auch ihr eurem Hund das beibringen könnt.

Der Korb passt von der Größe zu Lea
Der Korb passt von der Größe zu Lea

Voraussetzung für diesen Trick ist ein Korb, den der Hund problemlos tragen kann. Eigentlich kann auch ein Chihuahua den Trick erlernen, nur sollte es ein Puppenkorb sein, den er trägt.

Auf keinen Fall darf der Korb am Boden schleifen, oder dem Hund bei jedem Schritt gegen die Brust oder Beine knallen oder gar einen ständigen Druck ausüben. Dann ist der Korb zu groß! Der Hund wird nie freudig und stolz den Korb tragen, den Trick gar verweigern, da er den Trick sowie den Korb negativ verknüpft hat.

 

Der Hund muss nicht unbedingt das apportieren kenne, da er den Korb ja tragen soll, und nicht unbedingt apportieren muss. Kennt er bereits das Kommandos "Nimm" und "Halten", so würde es die Arbeit enorm erleichtern, da man dem Hund nur sagen muss, er soll den Korb ins Maul nehmen und den Korb auch halten. Fertig wäre es. Nun, Lea kennt weder das eine noch das andere Kommando, daher haben wir bei null angefangen.

Ich habe das Ganze geshapt, nur einmal gab es eine Hilfestellung. Sprich ich hab den Korb einfach auf den Boden gestellt und Lea machen lassen. Der Blick zum Korb wurde belohnt, schon lief sie darauf zu. Auch hierfür gab es Click und Leckerchen. Da Lea das Shapen kennt, war das alles ganz einfach bis hierher. Es blieb leider nicht dabei.

Lea hat nun ausprobiert, wie man Frauchen zum nächsten Click bringt. Als Pfotenhund (sie probiert grundsätzlich erst alles mit den Pfoten aus) hat sie den Korb erst angestubst mit der Pfote, sich danach rein gestellt und schließlich ist sie um den Korb herum gelaufen. Es hat etwas länger gebraucht bis Lea aufgegeben hat, sich in den Korb zu stellen. Das muss wohl viel Spaß gemacht haben. ;) Erst jetzt hat sie den Korb eingehender angeschaut (berochen hat sie ihn leider nicht) und dafür gab es wieder einen Click. Als Lea verstanden hat, dass sie etwas mit dem Kopf und dem Korb machen musste, hat sie den Kopf in den Korb gelegt. Ach, sah das süß aus! Vielleicht studieren wir das irgendwann auch mal ein, doch es war nunmal nicht das, was ich wollte, und der Korb schien bequem zu sein. Sie ließ es nicht bleiben.

Als es mit shapen am Boden nicht weiter ging, nahm ich den Korb am Griff hoch. Lea beschnupperte daraufhin meine Hand, C+B. Lea stubste den Henkel an, C+B. Lea schlecke die Hand und den Griff ab, C+B. So habe ich Lea klar gemacht, dass es sich um den Griff dreht, nicht um das was unten am Griff mit dran hängt. ;) Langsam hab ich den Korb tiefer gehalten, bis er am Boden war und konnte meine Hand auch nach ein paar Leckerchen wieder entfernen. Und dann ging es wieder mit dem Shapen weiter!

Lea hat also verstanden dass ich Leckerchen raus rücke, wenn sie etwas dem dem Griff und dem Maul macht. Aus dem Stubsen wurde bald ein abschlecken, ein leichtes Knabbern und schon bald hat sie den Korb das erste mal hoch gehoben. Einen so großen Jackpot wie da, hat sie beim ganzen Training noch nicht bekommen (Jackpots gibt es immer für besondere Leistungen). Natürlich ließ sie den Korb sofort fallen um sich das Futter abzuholen. Aber da hat sie verstanden worum es genau geht. Als sie den Korb sicher ins Maul nahm und hoch nahm, habe ich die Zeit bis zum Click Schritt für Schritt gesteigert und das Kommando "Tragen" eingeführt. Da Lea ja schon wusste worum es ging, ging das ganz schnell. Sie folgte mir recht flott mit dem Korb und ich konnte schon bald das Kommando "Sitz" einbauen, ohne dass sie den Korb fallen ließ.

Jetzt kommt die nächste Hürde: Sie soll den Korb ja nicht fallen lassen! Später soll sie ja mal etwas darin transportieren, und am Ziel nicht einfach weg schmeißen. Da die Zeit bis Ostern (two days to go) doch sehr knapp war, entschloss ich mich zur einfacheren Variante: Lea soll den Korb erst los lassen, wenn ich meine Hand am Griff hatte, und das Kommando "Aus!" gab. Die andere Möglichkeit wäre dem Hund das sache abstellen des Korbes zu erlernen, doch das werde ich wann anders in Angriff nehmen.

Ich habe von da an nicht mehr das tragen belohnt, sondern den Korb am Griff genommen und "Aus" gesagt. Jetzt kam das Leckerlie. Ließ sie den Korb fallen, so ignorierte ich das, obwohl sie ihn vielleicht ganz brav getragen hat. Sie wurde nur noch belohnt, wenn sie den Korb aus gab, sobald ich ihn in der Hand hatte. Tja, auch das ging schnell.

Und schon konnte Lea den Korb durchs Haus tragen. Innerhalb von einem Tag, wohlgemerkt. ;)

 

Nun ging es daran, den Korb zu erschweren. Ich habe zum Beispiel eine Packung Taschentücher in den Korb gelegt. Diese sind recht langweilig, riechen nicht interessant und wiegen kaum etwas. Somit konnte ich Lea daran gewöhnen, dass nun Dinge im Korb liegen. Aus den Tempos wurden der Geldbeutel, dann lag ein Brillenetui im Korb, später ein kleines Buch, mal nur ein Sift und dann ein Spielzeug. Ich variierte die Gewichte und den Reiz. Dabei ging ich langsam vor, damit Lea nicht an Selbstsicherheit verliert. Das Schwierigste war wohl die Semmel, die so verführerisch roch. Dank der guten Vorbereitung war auch das nach etwas Überwindung kein Problem, obwohl es ziemlich aus dem Maul tropfte. ;) Als Belohnung bekam sie jedoch nicht diese Semmel, sondern eine trockene Breze, damit sie lernt, dass sie das, was im Korb liegt, nicht bekommt, sondern dass Frauchen immer etwas besseres hat. Dem Weg zum Bäcker steht also kaum noch etwas im Wege.

 

Das Training wurde in den Garten verlagert und in den Hof, um die Ablenkung zu erhöhen. Und nach zwei Tagen maschierten wir mit Korb zum Bäcker, darin mein Geldbeutel. Lea hat ihn nicht die ganze Zeit getragen. Obwohl sie sehr stolz über die Aufgabe ist (sie ist verantwortlich für den Korb), so ist die Ablenkung draußen doch größer als im Garten. Bei Stellen, an denen sie immer schnüffelt, habe ich den Korb genommen, aber auch alle paar Meter habe ich sie entlastet. Sie muss sich langsam dran gewöhnen, sich für längere Zeit auf den Korb bei variabler Ablenkung zu konnzentrieren. Trotzdem trug sie den Korb über den Parkplatz und in die Bäckerei. Und schon hatten wir einen Fanclub und eine tolle Show. ;) Die Tüte mit der Semmel wurde in eine Plastik- und eine weitere Stofftüte verpackt, um die Semmel vor Spucke zu schützen und den Geruch zu minimieren. Ablenkung war draußen genug, da muss nicht noch der Duft von frischer Semmel dazu kommen. Beim Bäcker hat es kurz gedauert (kleiner Schritt zurück im Training => Belohnung fürs einfache aufnehmen) bis Lea den Korb sicher trug. Man bedenke die Ablenkung! Aber auf dem Heimweg lief wieder alles klasse. Bei meiner Oma, für die die Semmel bestimmt war, musste Lea erst meine Oma begrüßen, bevor sie sich wieder auf den Korb konzentrieren konnte, aber brachte diesen dann zuverlässig.

Ich bin schon sehr stolz auf Lea! Innerhalb von drei Tage hat sie so viel gelernt! Ich bin wirklich baff, dass wir es vor Ostern geschafft haben, wo Lea doch kein Spieli oder Stöckchen beim Gassi gehen tragen will. Außer ich trage die andere Seite des Stocks. ;) Nun, Lea war der Osterhund, rug sie doch einen Schokohasen und Ostereier, sowohl gefärbte als auch Schokoeier. :) Das war die perfekte Ostergrußkarte!

Wir werden mit dem Trick noch ganz viel angeben können, das machen wir ja so gerne. ;) Nein, im Ernst, Lea hat eine wahnsinns Freude ab Körbchen tragen, und auch mir macht es Spaß. Also warum nicht weiter ausbauen? Wir wollen auf jeden Fall noch üben, den Korb sache abzustellen, und weitere Tricks mit Korb auszuführen. Gestern gab sie Pfote mit Korb im Maul. Weitere Tricks sollen mit Korb folgen. Ich bin gespannt wie weit wir damit kommen! :) Man erkennt auf jeden Fall wann wir auf dem Weg zum Bäcker sind. Lea trägt dann ein Körbchen. :)

 

Viel Spaß beim nachmachen!

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