Trick - "Pfötchen geben"

Das ist zwar kein neuer Trick, doch ich will ja auch alle anderen Tricks die Lea beherrscht erklären. Und da die Auswahl so groß ist, dachte ich, ich fange gaaaaanz am Anfang an. Und das Pfötchen geben ist bei den meisten Hunden der erste Trick den diese beherrschen.

Pfötchen geben ist nett gesagt, hier reicht mit Lea ihre Pfote, Tatze oder Pranke
Pfötchen geben ist nett gesagt, hier reicht mit Lea ihre Pfote, Tatze oder Pranke

Das Pfötchen geben ist ein sehr einfacher Trick, insbesondere bei Welpen. Denn jeder Welpe bettelt mit der Pfote bei seiner Hundemama, wenn er Hunger hat. Auch wir Menschen werden mit der Pfote angebettelt indem uns der Hund damit anstubst. Dieses Verhalten wird über konsequente Erziehung oft aberzogen, doch wir machen es uns nun zunutze für den aller ersten Trick.

 

Bevor man nun anfängt soll man sich noch eines überlegen: Will ich dass mir mein Hund nur irgendeine Pfote oder eine bestimmte Pfote reicht? Insbesondere wenn man später weiter Trickdogging betreiben will, oder auch DogDance, so ist es sinnvoll sich für eine bestimmte Pfote zu entscheiden. Später kann man sich beide Pfoten gezielt geben lassen, der Hund lernt rechts und links zu unterscheiden. Das ist jedoch gar nicht so einfach, man braucht also mehr Geduld, kann damit aber schon sehr gut beim nächsten Familientreff angeben.

Welche Pfote die erste sein soll, würde ich meinen Hund bzw Welpen entscheiden lassen. Wie wir Menschen sind auch Hunde Rechts- bzw Linkshänder- bzw pfotler. Welche die bevorzugte Pfote des Hundes ist kann man gut im Alltag beobachten. Welche Pfote setzt der Hund meistens ein? Diese ist die Pfote der Wahl!

Die Pfote ist gewählt, jetzt sollten auch wir Menschen an unserer Fähigkeit, rechts und links zu unterscheiden erinnern und gegebenenfalls überdenken. Welche Hand steht für welche Pfote? Wie man auf dem Foto sieht, gibt mir Lea ihre rechte Pfote auf meine rechte Hand. Wir machen das also überkreuzt. Das macht vieles jedoch schwerer, doch das haben wir erfolgreich in Kauf genommen. Vorgaben hierfür gibt es keine. Es sollte jedoch immer diee gleiche Hand sein.

 

Jetzt geht es los! Der Hund sollte vor einem sitzen. Man nimmt jetzt ein Leckerchen in die gewünschte Hand, zeigt es seinem Hund und schließt diese. Der Hund soll nun versuchen an das Leckerchen zu kommen. Nach anfänglichem pulen und knabbern, wird ein jeder Hund früher oder später die Pfote einsetzen. Auch wenn diese noch nicht auf der Hand liegt, sollte man dieses Verhalten belohnen. Schnell wird der Hund verstanden haben, dass er seine Pfote einsetzen muss um an das Häppchen zu gelangen. Das verfeinert man, bis die Pfote auf der Hand liegt.

Nun kann man die Belohnung aus der freien Hand reichen. Immerhin soll die Nase nicht mehr an der Hand sein, wenn der Hund seine Pfote reicht. Auch das ist schnell erreicht.

Man kann nun auch das Hörzeichen "Pfote", "Hallo", "Tatze" oder wie bei Lea "Grüetzi" einführen.

Will man als Sichtzeichen die flache Hand, so muss man langsam die Faust lösen. Das kann von Hund zu Hund unterschiedlich lange dauern. Beim shapen würde man diesen Arbeitsschritt umgehen. Damals kannten Lea und ich jedoch noch nicht einmal den Clicker. Wir haben es auf den hier beschriiebenen Weg gelernt.

Man löst langsam die Faust, streckt langsam die Finger aus. Je langsamer man vorgeht, und sich jeden Millimeter erarbeitet, umso sicherer wird der Hund die flache Hand als neues Sichtzeichen verknüpfen.

 

Man kann das alles auch shapen. Dafür hält man die flache Hand dem vor sich sitzenden Hund hinn. Anfangs wir jede Bewegung mit der Pfote geclickert, danach nur ein anheben belohnt. Im nächsten Schritt ist das Berührern der Hand mit der Pfote wichtig bis schließlich der Hund seine Pfote gezielt auf die Hand setzt. Nun kann man das Hörzeichen einführen. Vorteil ist hierbei, dass der Hund nicht lernt dass sich betteln lohnt, doch ist man konsequuent in der Erziehung, so wird der Hund wissen dass das Pfötchen geben kein Betteln mehr ist.

 

Bevor man sich an die zweite Pfote heran wagt, sollte man sich Zeit nehmen das Pfötchen geben zu festigen. Am besten, man übt den ein oder anderen Trick in aller Ruhe und kommt erst nach ein paar Monaten wieder auf das Pfötchen geben mit der anderen Pfote zurück. Parallel mit beiden Pfoten zu üben bringt nur Verwirrung!

 

Ebenfalls ist es wichtig seine Hände nicht zu vertauschen. Wir wollen den Hund nicht verwirren, indem wir einmal die rechte, mal die linke Hand nutzen, sondern gezielt etwas von ihm verlangen. Macht der Hund auch nach sicherem Training einen Fehler und gibt die falsche Pfote, immer zuerst sich selbst und seine Signale kontrollieren. Oftmals lag der Hund richtig, die eigene Hand war falsch. Sagt man "Sitz", gibt aber das Handzeichen für "Platz" und der Hund legt sich ab, so war es doch richtig. Er hat sich entscheiden müssen welchem Kommando er folgt. Strafe wäre hier unaangebracht!

 

Für die zweite Pfote arbeitet man genau gleich wie für die erste. Vielleicht hat man sich inzwischen schon fürs clickern und shapen entschieden, so kann man es auch auf diese Art und Weise erarbeiten. Nur eben mit der anderen Hand und der anderen Pfote. Auch braucht man ein neues Kommando zB "Paw", "Andere", "Next" oder wir sagen "Salut".

 

Dabei sollte man auch nicht das Pfötchen geben mit der ersten Pfote üben. Das verwirrt wieder. Erst wenn die zweite Pfote sicher gefestigt ist, kann man erste Versuche starten beide Pfoten zu kombinieren. Man kann erst einmal ein paar mal "Grüezi" abfragen, ein paar Minuten Pause machen und danach "Salut" abfragen. Das macht man so lange bis der Hund realisiert hat, dass es um unterschiedliche Pfoten geht.

Danach kann man vorsichtig, gerne auch übertrieben, mal das eine und mal das andere abfragen. Gibt der Hund die falsche Pfote, wird das ignoriert und nochmals die richtige Pfote nachgefragt.

Bitte daran denken, dass es nicht normal für einen Hund ist, rechts und links zu unterscheiden. Das muss er erst lernen und braucht einige Zeit.

Und voila, das Pfote geben ist geschafft! Hundi kann seine ersten Tricks! Für viele weitere Tricks wird Pfote geben eine große Hilfe sein. Auch für die weitere Arbeit wird es viel nutzen, da der Hund mit vieel Spaß und Erfolgt etwas gemeinsam mit seinem Besitzer bemeistert hat.

Wichige Hinweise:

  • Wenn der Hund anderen Leuten die Pfote geben soll, so muss dies meist extra trainieren. Also bevor man Hundi seine Gäste in vorbildlicher Manier begrüßen lässt, sollte man Bekannte fragen ob sie als Helfer im Training zur Verfügung stehen.
  • Hund mögen nicht alle Menschen. Manche sind einem Hund auch unheimlich. Es kommt auch stark auf den Charakter und das Erlebe des Hundes an. Will der Hund einer Person nicht die Pfote geben, zeigt Meideverhalten und weicht aus, so bringt Zwang nichts. Der Hund wird die Freude am Pfötchen geben verlieren, so wie auch das Vertrauen in den Besitzer.
  • Die Pfote nicht festhalten! Das nimmt ebenfalls vielen Hunden den Spaß an dem Trick, wirkt unheimlich und schüchtert viele Hunde ein, insbesondere wenn er Fremde sind. Daher ist es oftmal doch besser, die geschlossene Faust als Sichtzeichen zu verwenden. So kommt niemand auf die Idee die Pfote fest zu halten und zu schütteln. Menschen können ebenso unberechenbar sein wie Tiere.
Immer ein schöner Trick!
Immer ein schöner Trick!

Und voila, das Pfote geben ist geschafft! Hundi kann seine ersten Tricks! Für viele weitere Tricks wird Pfote geben eine große Hilfe sein. Auch für die weitere Arbeit wird es viel nutzen, da der Hund mit vieel Spaß und Erfolgt etwas gemeinsam mit seinem Besitzer bemeistert hat.

 

Viel Spaß,

Alex mit Lea

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