Trick - "Rolle"

Diesmal möchte ich den Trick "Rolle" vorstellen und erklären. Dabei rollt der Hund sich über den Boden. Für Lea ist dies kein neuer Trick mehr, trotzdem stelle ich ihn gerne vor. Er ist sehr beliebt und zählt zu den ersten Tricks vieler Hunde. Viel Spaß beim Üben!

Ganz wichtig für diesen Trick! Insbesondere bei großen Hunden, Rassen die von der Magendrehung gefährdet sind, besser nicht üben oder eben so wie Lea und ich: In Minisessions auf nüchteren Magen, zB vor dem Frühstück. Nach höchstens 10 Leckerchen oder einem Jackpot haben wir aufgehört! Kein noch so süßer Trick ist die Gesundheit und das Leben des Hundes wert! Auch achte ich beim Training darauf, die Rolle nur anfangs zu üben, auch auf nüchteren Magen, um Lea nicht der Gefahr einer Magendrehung auszusetzen.

Ich schreibe hier nicht, wann wir immer aufgehört haben mit dem Training! Die Annahme, den Trick in einer Session zu erlernen, ist falsch! Wie lange man übt, hängt vom Hund (Konzentration, Alter, hier eben auch Rasse) ab. Wir haben nach höchstens 10 Leckerchen gestoppt!

 

Auch sollte man darauf achten, den Trick auf freiem gelände zu üben. Der Hund soll genug Platz haben um sich zu drehen, soll sich nicht eingeengt fühlen. Eine Wiese wäre ideal, da der Boden zusätzlich noch weich ist und das Rollen schon ein bisschen selbstbelohnend ist, bei Im-Gras-wälzen-Fanatikern. Stößt der Hund mal bei der Rolle gegen die Wand oder einen Gegenstand, so verleidet man ihm den Trick ganz schnell. Also raus aus dem Wohnzimmer, in den Garten oder eine Wiese bei der Morgenrunde!

 

Man kann den Trick über den Clicker aufbauen. Viele Hunde rollen sich gerne im Schnee oder im Gras, was man nur bestätigen muss. Leider ist es ziemlich unberechenbar und könnte daher etwas länger dauern, bis Hundi den Trick beherrscht.

Trotzdem ist es gut den Hund vor der ersten Trainingseinheit, sollte man nicht die Rolle clickern, genau zu beobachten. Die meisten Hunde haben eine Schokoladenseite, eine bevorzugte Seite, über die sie sich immer oder lieber rollen. Das ist die Seite der Wahl fürs Training! Es ist für den Hund leichter, seine bessere oder liebere Seite zu wählen. Vergleichbar ist es mit Rechts- und Linkshändern. Jeder hat eine Schokoladenseite. Trotzdem kann man später auch die Rolle in die andere Richtung üben. Doch warum sollte man es sich selbst und dem Hund schwerer machen als es ist? Der Erfolg auf der einen Seite, wirkt Frust und Demotivation auf der anderen vor, insbesondere wenn man noch am Anfang seiner Trickkarriere steht. Also lieber beobachten und dann mit der besseren Seite beginnen.

 

Lea hat die Rolle Stück für Stück gelernt. Ausgangsposition war das Liegen. Ich habe sie damals mit dem Leckerchen gelockt, da sie mir nichts angeboten hat, was in die richtige Richtung ging.

Ich hab das Leckerchen seitlich an ihr vorbei in Richtung Hüfte geführt. Meistens wird empfohlen das Leckerchen zur Schulter zu führen, doch Lea ist dabei immer aufgestanden. Also einfach ausprobieren, was man tun muss um den Hund in Schräglage zu bekommen. Den ersten Click gab es bereits, wenn sie ihr Gewicht verlagert hat, sich auf die richtige Pobacke gelegt hat und dem Leckerchen gefolgt ist ohne aufzuspringen. Diese kleinen Erfolge motivieren ungemein und geben dem Hund die Richtung vor, wohin die Reise geht.

Lea hat sich recht schnell zur Seite gelegt, da sie das vom Trick "Peng!" kannte. Hier galt es nun, Lea begreiflich zu machen, dass ich mehr wollte. Also belohnte ich Blicke in die weitere "Rollrichtung", und lockte sie weiter. Es hat etwas gedauert, aber Lea verstand irgendwann einmal dass sie sich weiter bewegen soll. Juhuu, das war der bekannte Schalter der sich umleget hat.

Ich habe jeden Versuch, sich weiter zu drehen belohnt. Lea lag nach einiger Zeit auf dem Rücken. Die nächste Schwierigkeit war ihr begreiflich zu machen, dass sie sich nicht nur auf den Rücken legen soll, und danach zurück in die Ausgangsposition, nein, sie sollte sich drehen! Das hat lange gebraucht! Obwohl ich nicht eingreifen wollte, habe ich nach langen, frustrierenden Einheiten doch zwei mal ihre Pfoten genommen, und sie in die richtige Richtung gedreht. Hier gab es denn ganz besondere Jackpots. Danach hatte sie zwar noch immer nicht wirklich begriffen was das soll (ich habe sie ja eigentlich dafür belohnt, sich drehen zu lassen, sie sollte sich allerdings selbst drehen), aber in Erwartung dass ich wieder ihre Pfoten greife, wie in den letzten beiden Tagen, schaute sie in die richtige Richtung. Und das wurde belohnt. Irgendwann kam der Blick so schwungvoll, dass sie sich ganz drehte. Jackpot war da nicht genug, nein, ich freute mich riesig und die Belohnung glich einem Supa-Dupa-Jackpot mit Spiel und allem drum und dran.

Von da an, hatte Lea eine Idee was sie tun soll, traute sich manchmal jedoch nicht so ganz. Doch die super Belohnung motivierte sie doch, gab ihr Mut und bei jeder Drehung gewann sie an Selbstbewusstsein. Es ging immer schneller, die Rolle wurde flüssiger. Nun war es an der Zeit die Rolle unter Kommando zu bringen. Das dauerte nicht lang, ich gab vor jeder Ausführungen Hör- und Sichtzeichen und Lea verband das sehr schnell.

Sobald die Rolle unter Signalkontrolle war, clickerte ich braves liegen bleiben (nicht einfach) und ignorierte ihre angebotenen Rollen. Ich wollte auf keinen Fall, dass Lea sich zB nach einer Mahlzeit die Rolle anbot, nur weil jemand etwas zu (fr-)essen in der Hand hielt.

Als der Trick besser klappte stand ich langsam auf, gewöhnte Lea an meine eigentliche Haltung.

Klappte dies, so fing ich an, die Rolle aus dem Sitz heraus zu üben. Das war etwas schwierig, aber schon bald kein Problem mehr. Die Rolle aus dem Stehen klappt noch heute nicht vollendet, da Lea sich immer seitlich zu mir dreht, und auf mich zurollt. Aber ich will ja nicht so sein, und freue mich über das freudige über die Schulter schmeisen.

 

Lea hat viel Spaß bei dem Trick, kann jedoch nur eine Seite. Bevor man mit der zweiten beginnt, würde ich noch ein oder zwei Monate warten, bis sich die erste Rolle gefestigt hat und mich dann langsam ans Training warten.

Auch sind Tricks, wie "Peng!" (auf die Seite legen) oder den Bauch zeigen bzw auf den Rücken legen, eher ungeeignet, da sie der Rolle zu sehr ähneln. Die Zeit zur Festigung sollte man dem Hund schon geben, sonst verwirrt man diesen nur unnötig und frustriert ihn.

 

Wir mögen die Rolle auf jeden Fall, insbesondere bei Schnee.

Viel Spaß und Wuff!

Alex mit Lea

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